Schgaguler

 

D 1988, s/w, 16 mm, 11:00 min

 

Schgaguler, ein alter Einsiedlerhofbauer, ist einer der wenigen, der noch die Kunst des Gurkensteckens beherrscht. „Gurkenanbau ist Sache der Frau, aber stecken muss sie der Mann“. Kirchberger zieht mit ihm und seinem Filmteam bei Morgendämmerung auf einem Pferdeschlitten los. Nur an bestimmten Stellen dürfen die mitgebrachten Salatgurken in den Schnee gesteckt werden, damit sie Unheil abwehren oder ein fruchtbares Erntejahr bringen.

 

Der Film greift den Konflikt der menschlichen Entfremdung von Natur auf. Das Gurkenstecken im Schnee soll Haus und Hof vor Unheil schützen. Natur tritt hier noch als allumfassende Kraft auf; einerseits Gefahr, andererseits Lebensquell, bestimmt sie den Rhythmus des Menschen, der versucht, sie für sich günstig zu stimmen. Beschrieben wird das Arrangement zwischen Mensch und Umwelt, das gleichzeitig beinhaltet, die ursprüngliche Lebensweise vor äußeren Einflüssen zu bewahren. Der Film macht sich das Spiel mit den Ebenen Realität und Fiktion zunutze, indem er dem vordergründig unsinnigen Gurkenstecken ernsthaftes Gewicht verleiht und es somit als Metapher für die genannten Konflikte einsetzt.

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